Bei der Leasingrückgabe darf der Leasinggeber nur das als Schaden berechnen, was über die Abnutzung hinausgeht, die zum Alter des Autos und zur vereinbarten Laufleistung passt. Wo diese Grenze liegt, regeln Ihr Vertrag und die Rückgaberichtlinie des Leasinggebers. Ein Zustandsbericht einige Wochen vor dem Termin zeigt, welche Spuren an Ihrem Auto darüber liegen.
| Was der Gutachter am Auto sieht | spricht eher für normale Abnutzung | spricht eher für einen Schaden |
|---|---|---|
| Lack | feine Kratzer und Waschspuren, die sich auspolieren lassen; einzelne Steinschläge an Front und Haube | Kratzer bis auf die Grundierung, Lackabplatzer mit Rost, Schleifspuren an Ecken und Flanken |
| Karosserie | keine Verformung | Dellen und Beulen, auch kleine Parkdellen in Türen und Kotflügeln |
| Felgen | leichte Gebrauchsspuren am Rand | tiefe Bordsteinschrammen, Materialabtrag, verbogene Felge |
| Scheiben und Leuchten | leichte Wischerspuren | Steinschlag im Sichtfeld, Riss, gesprungenes Leuchtenglas |
| Reifen und Bremsen | Profil und Beläge oberhalb der Verschleißgrenze | Profil unter der Grenze, Beschädigung an der Flanke, Riefen in der Bremsscheibe |
| Innenraum | glatt gesessene Polster, leichte Gebrauchsspuren am Lenkrad | Brandlöcher, Risse, Flecken, die nicht herausgehen, Geruch nach Rauch oder Tier |
Fundstellen: § 538 BGB · BGH, Urteil vom 18. Mai 2011, VIII ZR 260/10 · BGH, Urteil vom 28. Mai 2014, VIII ZR 179/13 · Rechtsstand: November 2026
Der Maßstab sind Alter und Laufleistung, nicht ein Neuwagen
Ein Auto, das drei Jahre und 60.000 Kilometer gefahren ist, darf so aussehen. Für die Miete steht das im Gesetz: Verschlechterungen durch den vertragsgemäßen Gebrauch hat der Mieter nicht zu vertreten (§ 538 BGB). Leasingverträge übernehmen diesen Gedanken in ihren Rückgabebedingungen.
Wie das im Vertrag klingt, zeigt die Klausel aus einem Fall, den der Bundesgerichtshof (BGH) 2011 entschieden hat (VIII ZR 260/10). Dort musste das Fahrzeug bei Rückgabe in einem Zustand sein, der dem Alter und der vertragsgemäßen Fahrleistung entspricht, frei von Schäden. Und weiter: „Normale Verschleißerscheinungen gelten nicht als Schaden.“
Eine gesetzliche Liste, welcher Kratzer noch normal ist, gibt es nicht. Viele Leasinggeber legen ihren Verträgen deshalb eigene Rückgaberichtlinien bei, oft mit Maßen für zulässige Kratzer, Dellen und Steinschläge. Diese Richtlinie ist Ihr wichtigstes Dokument vor dem Termin.
Kilometerleasing und Restwertleasing rechnen am Ende verschieden ab
Welche Rolle der Zustand spielt, hängt vom Vertragsmodell ab. Der BGH hat beide Modelle in den genannten Urteilen beschrieben.
Kilometerleasing
Abgerechnet werden Mehr- oder Minderkilometer und der Zustand. Liegt das Auto unter dem vertragsgemäßen Zustand, verlangt der Leasinggeber einen Minderwertausgleich. Das ist nach dem BGH ein vertraglicher Anspruch, der den Wert des Autos im vertragsgemäßen Zustand mit dem tatsächlichen Wert vergleicht. Im Fall von 2011 schätzte ein Sachverständiger des Leasinggebers den Minderwert auf 6.817,54 Euro netto.
Restwertleasing
Im Vertrag steht ein kalkulierter Restwert. Bringt der Verkauf des Autos weniger, zahlen Sie die Differenz. Der BGH hat 2014 betont, dass dieser Restwert ein Rechenposten ist, kein Versprechen über den Marktwert (VIII ZR 179/13). Der Erlös hängt auch vom Zustand ab, daneben von Marktlage und Modellwechsel.
In beiden Modellen kostet ein Schaden, der über die normale Abnutzung hinausgeht, am Ende Geld. Beim Kilometerleasing steht er als eigene Position in der Abrechnung, beim Restwertleasing drückt er den Verkaufserlös.
Wir liefern die Technik und die Zahlen; ob und in welcher Höhe Ansprüche bestehen, klärt ein Anwalt für Verkehrsrecht, den bei einem Haftpflichtschaden in der Regel die gegnerische Versicherung bezahlt.
Gestritten wird über Kratzer, Felgen, Reifen und fehlendes Zubehör
Die meisten Positionen einer Rückgabeabrechnung betreffen kleine Spuren, die jeder für sich harmlos wirken. Ein Kratzer an der Stoßfängerecke, eine Bordsteinschramme an zwei Felgen und eine Parkdelle in der Tür ergeben zusammen schnell eine Summe, die überrascht. Entscheidend ist dann, ob jede einzelne Spur über die Grenze aus der Richtlinie hinausgeht und ob der angesetzte Betrag zur Reparatur passt.
Bei Lack und Karosserie messen wir, nicht nur schauen. Die Lackschichtdicke zeigt, ob eine Stelle schon einmal nachlackiert wurde. Die Länge eines Kratzers und der Durchmesser einer Delle entscheiden oft, auf welcher Seite der Grenze sie liegen. Am Kratzer selbst sehen wir, ob er nur im Klarlack sitzt und sich auspolieren lässt oder bis auf die Grundierung reicht.
Reifen und Bremsen sind Verschleißteile. Wie viel Restprofil bei der Rückgabe verlangt wird, steht in Ihrem Vertrag oder der Richtlinie. Das Restprofil messen wir an jedem Reifen. Dazu kommen Teile, die fehlen: Zweitschlüssel, Serviceheft, Bordwerkzeug, beim E-Auto das Ladekabel. Was fehlt, wird berechnet, auch wenn das Auto sonst einwandfrei ist.
Vier Fehler, die bei der Rückgabe Geld kosten
Sie lesen die Rückgaberichtlinie erst, wenn die Abrechnung da ist.
Sie lassen vor dem Termin alles lackieren, auch Spuren, die noch als normale Abnutzung gelten.
Sie geben das Auto zurück, ohne dass der Zustand an diesem Tag mit Fotos und Messwerten festgehalten ist.
Sie suchen Zweitschlüssel, Serviceheft oder Ladekabel erst am Rückgabetag.
Ein Zustandsbericht vor der Rückgabe hält fest, was wirklich zu sehen war
Nach der Rückgabe steht das Auto beim Leasinggeber, und Sie haben keinen Zugriff mehr. Wer dann eine Abrechnung mit Positionen bekommt, die er nicht nachvollziehen kann, braucht einen Beleg für den Zustand vom Rückgabetag. Ein eigener Zustandsbericht liefert ihn: jede Spur mit Foto, Datum und Messwert, eingeordnet nach Gebrauch oder Schaden.
Den Bericht machen wir am besten einige Wochen vor dem Termin. Dann bleibt Zeit, einzelne Positionen reparieren zu lassen, wo die Reparatur günstiger ist als der Minderwert, den die Richtlinie dafür ansetzen würde. Bei Kratzern, die sich auspolieren lassen, ist das oft der Fall. Eine Delle, die ein Ausbeuler ohne Lackieren herausdrückt, ist ein weiteres Beispiel. Wie ein Gutachter zwischen Instandsetzen und Austauschen entscheidet, erklärt der Ratgeber zum Reparaturweg.
Der Bericht ist eine technische Dokumentation, keine rechtliche Bewertung Ihres Vertrags. Er zeigt, was am Auto zu sehen war und wie wir es einordnen. Wie Positionen aufgebaut sind und welche Zahlen in einem Gutachten zählen, steht im Ratgeber Was steht in einem Kfz-Gutachten?. Was wir bei der Leasingrückgabe im Einzelnen aufnehmen, beschreibt unsere Seite zum Gutachten vor der Leasingrückgabe.
Vor dem Termin bereitlegen
Leasingvertrag und Rückgaberichtlinie des Leasinggebers
beide Schlüssel, Serviceheft, Bordwerkzeug, beim E-Auto das Ladekabel
Rechnungen über Reparaturen während der Laufzeit
Auto innen und außen gewaschen, damit jede Spur sichtbar ist
Ein Unfallschaden aus der Laufzeit gehört nicht in die Rückgabeabrechnung
Hatten Sie während der Laufzeit einen Haftpflichtschaden, also einen Unfall, den ein anderer verursacht hat, zahlt die gegnerische Versicherung die Reparatur, und das Auto geht repariert zurück. Bleibt der Schaden stehen, landet er in der Rückgabeabrechnung, und Sie tragen ihn selbst. Wer den Schaden nach dem Unfall in einem Unfallgutachten festhalten lässt, hat die Grundlage für diese Forderung.
Das ist eine andere Frage als der Minderwert bei der Rückgabe. Die Wertminderung, also der Verlust an Marktwert trotz Reparatur, steht nach einem Unfall dem Geschädigten zu; wie sie berechnet wird, erklärt der Ratgeber zur merkantilen Wertminderung. Bei einem Leasingauto gehört dieser Anspruch dem Leasinggeber als Eigentümer; ob Sie ihn selbst geltend machen dürfen, hängt von den Leasingbedingungen ab.
Häufige Fragen zur Leasingrückgabe
Wer bezahlt das Gutachten vor der Rückgabe?
Sie. Das Gutachten vor der Leasingrückgabe ist ein Privatauftrag, kein Unfallgutachten nach fremder Schuld. Den Preis nennen wir vor der Beauftragung am Telefon; er richtet sich nach Fahrzeug und Aufwand.
Lohnt sich eine Reparatur vor der Rückgabe?
Bei einzelnen Positionen oft, nämlich dann, wenn die Reparatur weniger kostet als der Minderwert, der dafür angesetzt würde. Spuren, die noch als normale Abnutzung gelten, müssen Sie nicht beseitigen. Der Zustandsbericht zeigt, welche Position sich lohnt.
Darf ich das Auto vor der Rückgabe in einer freien Werkstatt reparieren lassen?
Was Ihr Vertrag dazu sagt, entscheidet. Manche Leasingverträge verlangen Reparaturen nach Herstellervorgabe oder in bestimmten Betrieben. Bewahren Sie die Rechnung auf und legen Sie sie bei der Rückgabe vor.
Ob die Spuren an Ihrem Leasingauto Gebrauchsspuren oder Schäden sind, sehen wir bei der Besichtigung am Fahrzeug, mit Messwerten und Fotos im Zustandsbericht. Unter 069 34876746 sind wir rund um die Uhr erreichbar: Sie schildern den Schaden, wir klären den Ablauf und machen den Termin. In 24 Stunden sind wir bei Ihnen, in Frankfurt und im ganzen Rhein-Main-Gebiet.